Oldtimer - Block
Warennummer: PPS000911 Ausgabetag:

Oldtimer. Ausgabetag: 28.09.2011. Werte: 3 x 13,00 DKK. Nummern: FO 719 - 721

Briefmarkenformat: 37,0 x 26,0 mm. Format, Block: 118 x 46 mm Design: Edward Fuglø. Drucktechnik: Offset
Druckerei: Joh. Enschedé, Holland. Gebührensatz: Kleinbriefe nach Europa 0-50 gr.

 

 
Oldtimer
Die Oldtimer auf den Briefmarken haben alle ihre eigene Geschichte. Der schwarze Lastwagen war das erste Kraftfahrzeug, das auf die Färöer kam - 1922. Der rote Bus, ein umgebauter Tankwagen, verkehrte als Linienbus auf der Strecke zwischen Vestmanna, Kvívík und Kollafjørður, während der selbstgebaute „Straßenkreuzer“ auf der dritten Briefmarke das erste färöische Auto mit Tonbandgerät und Lautsprechern war.
 
Das erste Automobil auf den Färöern
Das erste Automobil kam am 6. Mai 1922 auf die Färöer, als Johannes Olsen und Júst Sivertsen aus Tórshavn über Wenzel Petersen und Vilhelm Nielsen, die eine Schmiede in Quillingsgård in Tórshavn betrieben, einen Ford TT-Lastwagen kauften.
 
Das Kraftfahrzeug wurde mit dem DFDS-Schiff S/S Island auf die Färöer gebracht. Da das Schiff nicht am Kai anlegen konnte, wurde der Laster auf eine Yacht umgeladen und dann an der Kongebro in Tórshavn angelandet.
 
Dass ein Automobil in Tórshavn ankam, war eine Sensation, denn die Einheimischen hatten vorher noch nie eines zu Gesicht bekommen. Zur damaligen Zeit fuhren zwar Pferdewagen auf den Färöern, allerdings nicht besonders viele. Es gab jedoch bereits ein anderes motorisiertes Fahrzeug auf den Inseln, das Arthur Brend gehörte. Im Herbst 1921 erwarb er nämlich ein Motorrad, über das in den Zeitungen ausführlich berichtet wurde.
 
An diesem Tag im Jahr 1922 gab es am Kai niemanden, der ein Auto fahren konnte. Deshalb wurde es bis zur Schmiede in Quillingsgård geschoben. In den Zeitungen konnte man lesen, dass das Fahrzeug wenige Tage später Fahrten zwischen Tórshavn und dem Sanatorium in Hoydalar unternahm.
 
Morris Commercial Cars Ltd., England, Modell 1929
Dieses Automobil kam am 14. Juni 1934 nach Kvívík. Er stammte aus dem Polizeibezirk Hillerød und gehörte der Nordsjællands Bensin Co., die das Fahrzeug einige Jahre lang ohne Nummernschilder bei sich stehen gehabt hatte. Als der Wagen ins Land kam, hatte er keine Karosserie, d. h. Fahrerhaus und Motorraum waren zwar vorhanden, aber es gab weder einen Kofferraum noch eine Kabine als Fahrzeugaufbau.
 
Geplant war, die Kabine des Chevrolet-Linienbusses, der damals im Dienst war, auf das Fahrgestell des Wagens zu bauen. Das Fahrzeug war auf Seeland als Tankwagen genutzt worden, zeitweilig auch als Lastwagen.
 
Diese Pläne zerschlugen sich jedoch. Fritleif Johannesen aus Tórshavn hatte von dem Automobil gehört und war in Kvívík gewesen, um es sich anzusehen. Er hatte die Idee, eine Kabine in Verlängerung des Fahrerhauses auf das Fahrzeug zu setzen, denn er plante den Bau eines sogenannten „Omnibusses“. Für diese Lösung entschied man sich dann, und am 12. Juni 1935 wurde das Fahrzeug für die Post- und Personenbeförderung zwischen Vestmanna, Kvívík und Kollafjørður zugelassen.
 
„Straßenkreuzer“ Marke Färöer
Mitte der Fünfziger fuhr ein selbstgebautes färöisches Auto durch die Straßen von Tórshavn. Der Norweger Almar Nordhaug hatte das Fahrzeug zusammen mit seinen Kollegen von der Tonnenfabrik in Tórshavn gebaut.
Mitte des 20. Jahrhunderts war es auf den Färöern durchaus nicht unüblich, Fahrzeuge umzubauen, aber dieses Auto war ein ganz besonderes Modell und seiner Zeit weit voraus.
 
Es war nämlich das erste Auto auf den Färöern mit Tonbandgerät und nicht weniger als vier Lautsprechern. Der Wagen erregte auf Reitturnieren viel Aufmerksamkeit, denn die Musik machte die Pferde scheu, was die Reiter sehr aufbrachte.
 
Als Nordhaug wieder nach Norwegen zog, nahm er das Auto mit den färöischen Kennzeichen mit und fuhr es dort noch mehrere Jahre. Leider gibt es das Fahrzeug inzwischen nicht mehr. Das Letzte, was man mit Sicherheit über den Wagen weiß, ist, dass er in einem Osloer Möbelgeschäft als Dekorationsobjekt diente.
 
Quellen: „Postur í Føroyum“, Vilhelm Johannesen, 2000, „Bilar“, Magnus Gunnarsson, Interview mit Viggo Johannesen.

 

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