Wacholderbeeren und Krähenbeeren
Warennummer: PPA000911 Ausgabetag:

Wacholder und Krähenbeeren. Ausgabetag: 01.09.2011. Werte: 0,50 und 6,50 kr. Nummern: FO 716 og 717
Briefmarkenformat: 28,8 x 38,4 mm. Design: Edward Fuglø. Druchtechnik: Offsett
Druckerei: LMGroup, Kanada. Postgebührensatz: Zusatzfrankatur und Kleinbriefe auf den Färöern 0-50 gr.
 

 

 

Unter den gut 400 Pflanzenarten, die wild auf den Färöern vorkommen, sind nur sehr wenige Gehölze. Zwei dieser strauchartigen Pflanzen sind der Wacholder und die Krähenbeere.

 

Gemeiner Wacholder (Juniperus communis subsp. alpina)
Heute gibt es mehrere Arten von Nadelbäumen und -sträuchern auf den Färöern. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen jedoch um importierte Pflanzen, die hier angepflanzt wurden. Die einzige ursprüngliche Pflanzenart, die mit den Nadelbäumen verwandt ist, ist der Gemeine Wacholder. Die färöischen Bezeichnungen für „Wacholder“ und „Wacholderbeere“ werden manchmal beide für die Pflanze verwendet.

 

 

Der Wacholder ist ein niedriger, immergrüner Strauch. Seine Nadeln sind etwa 1 cm lang und haben eine helle graugrüne Farbe. Der Wacholder ist meist zweihäusig. Männliche und weibliche Blüten sitzen also jeweils an einer anderen Pflanze. Die männliche Blüte ist gelb und länglich mit zahlreichen Staubgefäßen. Die weibliche Blüte ist grünlich und nur schwer erkennbar. Die Frucht besteht aus sogenannten runden Beerenzapfen, die nach zwei bis drei Jahren reif sind. Im ersten Jahr sind die Zapfen grün, im zweiten und dritten Jahr blau.

 

Nach der letzten Eiszeit war der Wacholder auf den Färöern verhältnismäßig weit verbreitet. Als das Klima später feuchter wurde, verschwanden die Wacholdersträucher nach und nach. Vor 5000 Jahren wendete sich das Blatt abermals, und die Wachstumsbedingungen für den Wacholder wurden besser. An vielen Orten findet man in der Erdschicht aus diesem Zeitalter Überreste von Wacholderzweigen. Etwa 600 Jahre vor Beginn unserer Zeitrechnung wurde das Klima jedoch wieder feuchter, und die Ausbreitung des Wacholders kam ganz zum Stillstand. Dieser Rückgang setzte sich fort, als die Inseln besiedelt wurden, und heute gibt es nur noch auf der Insel Svínoy und an wenigen anderen Orten auf den Färöern Wacholder.

 

Der Wacholder ist ein niedriges Nadelgehölz und daher nicht als Bauholz nutzbar. Für andere Zwecke eignet er sich jedoch gut. Auf den Färöern wurde Wacholder zum Räuchern von Fleisch verwendet. Bei der Wikingerausgrabung in Kvívík fand man außerdem eine Art Seil, das aus Wacholderzweigen gewunden worden war.

 

Die Beeren, die eigentlich keine richtigen Beeren, sondern Zapfen sind, werden auch als Gewürz und für Arzneien verwendet. Gin verdankt seinen typischen Geschmack zum Beispiel unreifen Wacholderbeeren.

 

Schwarze Krähenbeere (Empetrum nigrum)
Die Krähenbeere ist ein auf den Färöern weit verbreiteter Zwergstrauch. Er gedeiht besonders gut auf Sandheiden und gehört auch zu den dominanten Pflanzen auf mit Heidekräutern bewachsenen Flächen. Ebenso wie der Wacholderstrauch ist die Krähenbeere immergrün und verliert ihre Blätter im Winter nicht.

 

Auf den Färöern kommen zwei Unterarten der Schwarzen Krähenbeere vor: Die eigentliche Schwarze Krähenbeere (Empetrum nigrum subsp. nigrum) und die Zwittrige Krähenbeere (Empetrum nigrum subsp. hermaphroditum). Die Zwittrige Krähenbeere gibt es auf allen Inseln, während man die Schwarze Krähenbeere lediglich auf der Insel Streymoy und den südlichen Inseln findet. In Skandinavien wächst die Schwarze Krähenbeere nur in Finnland, Dänemark und Südschweden. Die Zwittrige Krähenbeere ist in Finnland und im größten Teil Schwedens und Norwegens verbreitet.

 

Die Schwarze Krähenbeere und die Zwittrige Krähenbeere ähneln einander sehr. Der entscheidende Unterschied ist jedoch, dass die Schwarze Krähenbeere wie der Gemeine Wacholder zweihäusig ist. Die Zwittrige Krähenbeere hat hingegen zweigeschlechtliche Blüten.

Die Zweige der Schwarzen Krähenbeere sind von niedrigem und kriechendem Wuchs. Die äußeren Zweige bilden Wurzeln aus. Deshalb ist die Schwarze Krähenbeere niedriger als die Zwittrige Krähenbeere, deren Zweige aufrechter wachsen.

 

Die ersten blassrosa Blüten erscheinen im April/Mai. Im Juli/August sind dann die wohlbekannten glänzenden, schwarzen Krähenbeeren reif. Die reifen Beeren werden von Mensch und Tier verzehrt, was für die Verbreitung der Samen wichtig ist. Wenn die Beeren von Vögeln gefressen werden, vergeht nämlich eine Weile, ehe sie das Verdauungssystem der Vögel durchlaufen haben. In dieser Zeit hat sich der Vogel meist weiter vom Krähenbeerenstrauch entfernt, so dass die Samen in einem größeren Gebiet verbreitet werden.

 

Auf den Färöern werden Krähenbeeren gepflückt und roh oder als Kompott oder Konfitüre zubereitet gegessen.

 

Jana Mikkelsen

 

 

  

 

 

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