
| Warennummer: PPA010909 | Ausgabetag: |
Ausgabetag: 16.09.2009 - Werte: 14,00 und 36,00 DKK - Nummer: FO 673-674 - Briefmarkenformat: 36,0 x 42,0 mm - Zeichnungen: Astrid Andreasen - Gebührensatz: Offset - Druckerei: LM-Group, Kanada - Gebührensatz: Grossbriefe nach Europa, 0-50 g und Mediumbriefe auf den Färöern, 501-1.000 g
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Felsentaube (Columba livia)
Die Felsentaube gehört zur Familie der Tauben (Columbidae), die etwa 300 Arten umfasst und außer in der Arktis und Antarktis überall auf der Erde zu finden ist.
Vor vielleicht 10.000 Jahren war die Felsentaube einer der ersten Vögel, die der Mensch zähmte, und aus diesen domestizierten Vögeln sind im Laufe der Zeit durch Zucht Tauben in allen möglichen Farben und Formen entstanden. Von diesen Haustauben ist besonders die Brieftaube bekannt, und wer kennt nicht die Taubenplage in den größeren Orten? Diese Haus- und Straßentauben stammen alle von der Felsentaube ab, und deshalb kann man in den buntgemischten Schwärmen der Städte viele Tauben sehen, die den wilden Felsentauben noch mehr oder weniger ähneln.
Die domestizierten Tauben mischen sich vielerorts mit den wilden Felsentauben und stellen dadurch eine große Bedrohung für die ursprüngliche wilde Felsentaube dar, die aus diesem Grund bereits in mehreren Ländern verschwunden ist. Auf den Färöern gibt es den weltweit reinsten Bestand an Felsentauben. Praktisch nur in Tórshavn halten einige wenige Personen Haustauben, wogegen die Haltung von Haustauben auf der Insel Nólsoy ganz verboten ist.
Die Felsentaube ist ca. 32 cm lang, hat eine Flügelspannweite von ca. 65 cm und zwei verschiedene Farbstellungen. Auf den Färöern haben 80 % von ihnen einen blaugrauen Rücken und Flügel, während ca. 17 % an Rücken und Schwingen mehr oder minder schachbrettmusterartig gefleckt sind. Die übrigen Tauben haben einzelne weiße Federn oder sind mehr oder weniger schwarz. Die Ursache hierfür liegt nicht unbedingt darin, dass sie sich mit Haustauben vermischt haben, sondern kann auch auf einen Mangel an Pigmenten (Albinismus) bzw. auf einen Überschuss an Pigmenten in den Federn zurückzuführen sein (Melanismus).
Die Felsentaube ist ein Standvogel, und die Mehrzahl bleibt ihr ganzes Leben lang an dem Ort, an dem sie geschlüpft sind. Man sieht Felsentauben häufig in kleinen Schwärmen von zehn bis zwanzig Vögeln umherfliegen, wenn sie außerhalb der Brutzeit nach Nahrung suchen. Nachts schlafen sie in Höhlen und Spalten zwischen großen Steinen an steilen Felsen, meist in der Nähe des Meeres, wo sie im Sommer auch brüten. In früheren Zeiten wurde auf den Färöern Getreide angebaut, und damals konnten die Felsentauben großen Schaden auf den frisch eingesäten Getreidefeldern anrichten. Die Tauben waren scheu und schwer zu jagen, doch die Jungen nahm man ihnen, wenn man an sie herankommen konnte. Inzwischen steht die Felsentaube ganz und gar unter Naturschutz. Viele Menschen haben Gänse, Hühner und Schafe, die den ganzen Winter über draußen gefüttert werden, und so hat auch die Felsentaube eine gute Chance zu überleben. Heute wird der färöische Brutbestand daher auf 1250 Paare geschätzt.
Brut
Ende März beginnen die ersten Felsentauben, ein recht lockeres Nest aus Stroh, Wurzeln, Tang und Federn zu bauen. Männchen und Weibchen beteiligen sich beide am Nestbau und am Brutgeschäft, selbst wenn wohl das Weibchen den größten Anteil daran hat. Das Nest befindet sich meist unter einem großen Stein auf einem Felsvorsprung oder in einer Höhle oder Spalte an einem Felshang (Papageientaucher und Felsentauben brüten oft im selben Gebiet). Einige Paare brüten einzeln, während einige wenige Paare zusammen und andere wiederum in einer Kolonie brüten, wie u. a. auf Nólsoy, wo 30 bis 40 Paare in einer kleinen Felsenhöhle brüten, einige wenige Meter über der Meeresoberfläche direkt östlich des Ortes.
Die Felsentaube legt zwei weiße Eier, die sie in ca. 17 Tagen ausbrütet, wonach die blinden, mit gelbem Flaum bedeckten Küken ausschlüpfen. Die alten Tauben produzieren dann die sogenannte Kropfmilch, ein im Kropf gebildetes Sekret, mit dem die Jungen in den ersten Tagen gefüttert werden. Danach werden die Jungen etwa einen Monat lang mit dem gefüttert, was auch ihre Eltern fressen. Anschließend können sie bereits wenige Tage nach Verlassen des Nestes für sich selbst sorgen.
Die Felsentaube zieht normalerweise zweimal im Laufe eines Sommers Junge auf, und die Jungtauben selbst brüten bereits im nachfolgenden Sommer. Ein Teil der Jungtauben überlebt den ersten Winter nicht, aber die anderen Tauben erreichen ein durchschnittliches Alter von drei Jahren. Die älteste bekannte Felsentaube wurde jedoch ganze neun Jahre alt und war auf Nólsoy beringt worden.
Jens-Kjeld Jensen
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